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Pflege der Lederausrüstung

Die gesamte Lederausrüstung bedarf der regelmäßigen Pflege und Wartung. Bei dieser Gelegenheit muß sie auf schadhafte Stellen überprüft werden, um rechtzeitig Problemen (Bruchstellen etc.) vorbeugen zu können.

Die Reinigung

Pferdeschweiß und Schmutz greifen das Leder an. Insbesondere Pferdeschweiß ist sehr aggressiv und Beschädigt die Lederoberfläche! Oberflächlich sollten daher alle Lederteile nach jedem Reiten mit einem feuchten (nicht nassen!) Tuch abgewischt werden. Mehrfach im Jahr sind alle Lederteile einer gründlichen Reinigung zu unterziehen. Die Häufigkeit richtet sich danach, wie oft diese verschmutzt werden. Wenig benutzte Teile sollte jedoch mindestens einmal im Jahr gereinigt werden.

Die Reinigung geschieht mittels einem feuchten Lappen (möglichst wenig Wasser auftragen) oder Schwamm und unter Verwendung von einer guten Sattelseife. Sattelseife wirkt bereits rückfettend.

Hierzu werden alle Lederteile vollständig auseinandergeschnallt, damit auch die sonst schlecht zugänglichen Flächen (in den Bereichen der Schnallen) zugänglich sind. Alle Schmutzteile sollen gründlich entfernt werden.

Bei der Reinigung sind alle Teile auf schadhafte Stellen zu überprüfen. Dies können schadhafte Nähte, Bruchstellen im Leder, oder auch zu dünn gewordene Lederteile (durchgescheuerte Stellen) sein. Diese müssen gegebenenfalls ausgebessert oder gar ausgewechselt werden.

Die Pflege

Besonders ausgetrocknete Lederteile werden mit säurefreiem Lederöl behandelt. Lederöl stellt die Geschmeidigkeit des Leders wieder her, gibt jedoch keinen Schutz gegen Witterungseinflüsse. Zu häufiges und übermäßiges Ölen der Lederteile ist dagegen schädlich und macht das Leder schwammig!

Anschließend wird auf alle Lederteile (mit Ausnahme von Rauleder (z.B. an Sattelpauschen) gutes Lederfett oder Lederwachs aufgetragen. Dieses sollte möglichst einen hohen Bienenwachs- oder Vaselineanteil haben und keinesfalls säurehaltig sein. Häufig nicht geeignet sind Billigprodukte, insbesondere wenn sie aus minderwertigen tierischen Fetten (z.B. Fischtranöle) hergestellt wurden, die ranzig werden können (neigen zur Schimmelbildung)!

 Es ist darauf zu achten, daß besonders an Stellen, die häufig feucht oder gar naß werden (z.B. die Einschnallungen der Gebisse), das Lederfett besonders gründlich aufgetragen wird. Gegebenenfalls muß das Einfetten nach kurzer Zeit wiederholt werden.

Mit der Zeit speckig gewordenes Rauleder (z.B. an Kniepauschen des Sattels) kann mit einem feinen Schmirgelpapier wieder griffig und ansehnlich gemacht werden. Hierzu muß man jedoch darauf achten, daß dabei keine Nähte beschädigt werden.

Tip! Bei der Lederpflege darauf achten, daß Westerngebisse (Sweet Iron) nicht direkt mit dem Leder in Berührung kommen. Legen Sie Zaumzeuge mit 'Sweet Iron' - Mundstücken nach dem Abwaschen niemals über ihren Sattel. Wird das Leder (vor allem naturfarbenes) nämlich naß, entstehen durch die chemische Reaktion zwischen nassem Leder und Eisen schwarze Flecke, die sich nicht wieder entfernen lassen!

 Schimmelt das Lederzeug in der Sattelkammer?

Ein leidiges Thema! Lederausrüstung neigt zur Schimmelbildung! Dies hat vielfältige Ursachen, von denen nicht alle durch den Reiter zu beeinflussen sind.

Nicht beeinflußbar sind insbesondere:

  •          Gerbverfahren bei der Lederherstellung

  •          überschüssige Gerbsäure des Leders

Durch den Reiter beeinflußbar sind:

  •          Raumfeuchtigkeit

  •          Luftzirkulation in der Sattelkammer

  •          Verwendung von wenig Wasser bei der Reinigung

  •          Verwenden eines guten Lederfettes oder Lederwachs

Die meisten, bei der Reitsportausrüstung verwendeten Ledersorten sind pflanzlich gegerbt. Durch die Berührung mit aggressivem Pferdeschweiß wird die Oberflächenstruktur des Leders beschädigt und Schimmelkeime, die es gerade im Umfeld von Pferden genügend gibt, können in das Leder eindringen. Eine normale Reinigung und Pflege des Lederzeugs ist dann nicht mehr ausreichend, wenn es einmal vom Schimmel befallen war. Zur Vermeidung weiterer Schimmelbildung müssen die Keime abgetötet werden. Verschimmeltes Leder kann mit warmem Wasser, dem ein Desinfektionsmittel beigefügt wurde, abgewaschen, und dann, nach dem Trocknen, erst wie üblich eingefettet werden - und zwar reichlich. Mit warmem Wasser, einer weichen Bürste und einem Reinigungsmittel mit fungizider Wirkung dürfte das Problem Schimmel auf dem Lederzeug erledigt sein, vorausgesetzt, die Ursache liegt nicht in der Art der Aufbewahrung begründet.

  Bei einigen der oben aufgeführten Themen handelt es sich um Auszüge aus den Büchern von Hajo Seifert (Handbuch für Rittführer, bzw. Der Gelände- und Wanderreiter), welche im Jahr 2008 erschienen sind.